Kultur des Friedens


In einer gemeinsamen Initiative des Auswärtigen Amtes, der Deutschen UNESCO-Kommission, der UNESCO-Projektschulen in Deutschland und des Berliner Komitees für UNESCO-Arbeit e.V. entstand die Idee einer Neuauflage der kurz zuvor erschienenen und sehr schnell vergriffenen Broschüre „Erziehung zum Frieden“.

 

Kultur des Friedens - TitelseiteAus der Neuauflage ist ein sehr viel umfangreicheres Werk hervorgegangen. Wir haben es die „Kultur des Friedens“ genannt. Diese Schrift ist ausschließlich in ehrenamtlicher Tätigkeit entstanden. Sie ist der Bundeskoordination der UNESCO-Projektschulen für eine gemeinsame Tagung ihrer Schulen zur Verfügung gestellt worden, wie auch der Abteilung Auswärtige Kulturpolitik des Auswärtigen Amtes zur Weitergabe an die Schulleiter und Schulleiterinnen der Internationalen Schulen. Gewidmet aber ist diese Schrift allen, die die Hoffnung auf Frieden noch nicht begraben haben und die bereit sind, sich für diese Vision zu engagieren.

 

Neben einer umfassenden Zusammenstellung der wichtigsten UN- und UNESCO-Dokumente für eine weltweite Kultur des Friedens haben wir Texte aufgenommen, die aus der Arbeit in Schulen entstanden sind oder für die weitere Arbeit in Schulen, Universitäten oder Fortbildungsinstitutionen geeignet erscheinen. Darüber hinaus sind Textbeispiele prominenter Vertreter einer konsequenten Arbeit am Frieden aufgenommen worden, darunter der Erziehungswissenschaftler und Vizepräsidenten der Deutschen UNESCO-Kommission, Christoph Wulf, der Direktors des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung, Eckhardt Fuchs, und der ehemalige Außenminister und jetzige Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Frank-Walter Steinmeier.

 

Der gesamte Text der Broschüre „Kultur des Friedens“ kann auf der Website des Berliner Komitees unter http://www.unesco-berlin.de/seite/289096 eingesehen und heruntergeladen werden.

 

Die gedruckte 120seitige Broschüre kann gegen einen Druckkostenbeitrag von 5,00 € sowie der Versandkosten von 2,60 € bei bestellt werden.

 


 

Vollständig und pünktlich (fully and promptly)

so lautet die Devise für alle Beiträge zu den internationalen Organisationen.

 

Aber wer ist 2017 wirklich dabei? Wie steht es zum Beispiel mit dem Zahlungsverhalten innerhalb der UNESCO?

 

Diese Organisation ist seit 2011 mit heftigen Finanzproblemen konfrontiert. Gegenwärtig schulden die USA der Organisation rund 543 Mio. US-Dollar – eine Summe, welche größer ist als der gegenwärtige Ausgabenplan für die Jahre 2016-2017.

 

Bis zum 9. Februar 2017 hat die UNESCO nur 21,183 Prozent der Pflichtbeiträge von insgesamt 40 Mitgliedstaaten erhalten. Das ist eine erfreuliche Entwicklung gegenüber dem letzten Jahr, als Deutschland (Ende Juni), China (Ende Juli) und Japan (Ende Dezember) relativ spät ihren Zahlungsverpflichtungen nachkamen.

 

Unter diesen 40 Beitragszahlern waren Deutschland mit 6,389 Prozent und Russland mit 3,088 Prozent im Jahre 2017 die größten Beitragszahler, gefolgt von Kanada mit 2,921 Prozent  und Australien mit 2,337 Prozent. Höchst erfreulich ist das deutsche Finanz-Engagement zu vermerken – ein ungewöhnlicher Vorgang, der angesichts der Finanzmisere, in der sich die UNESCO gegenwärtig befindet, zu würdigen ist.

 

Unter den 40 Staaten befanden sich elf EU-Staaten, von denen acht ebenfalls zu den pünktlichen Beitragszahlern zum ordentlichen Haushalt der Vereinten Nationen gehörten. Es gibt also einen Kern unter den pünktlichen Beitragszahlern innerhalb der ersten 30 Tage, zu denen unter den EU-Staaten die Niederlande, die nordischen Staaten, Luxemburg, Irland und Ungarn gehören. Darüber hinaus gehören auch Kanada und Australien zu der „Minderheit“ derer, die sich dazu bekennen, die UNESCO- und UN-Finanzvorschriften einzuhalten.

 

Einzelheiten zur Finanz-Moral der Mitgliedstaaten der UNESCO können auf der Webseite Status of Contributions der UNESCO in wöchentlichen Abständen verfolgt werden.

 

Prof. Dr. Klaus Hüfner


 

UNESCO-Club Kulmbach-Plassenburg wehrt sich gegen die Abschiebung von Schülern aus "Flüchtlingsklassen"

 

„Jetzt allerdings sind die Dinge in einer Weise ins Kraut geschossen,
dass wir ratlos dastehen, nicht wissend, wie wir ihnen Einhalt gebieten sollen.“

(Heinrich Böll, 1966)

 

Seit 1½ Jahren unterstützt der UNESCO-Club Kulmbach-Plassenburg das Berufliche Schulzentrum Kulmbach in der Beschulung von unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen aus dem Nahen Osten und Ostafrika.

 

Logo Berufliches Schulzentrum Kulmbach - UNESCO Projektschule

 

Angefangen hat dies mit einer Anfrage des Schulleiters. Zwei ehemalige Lehrkräfte, die jetzt ehrenamtlich in der UNESCO-Arbeit tätig sind, waren spontan bereit, ihre Erfahrungen als Sozialkunde- und Geschichtslehrer in den Unterricht mit unbegleiteten Flüchtlingen einzubringen.

 

Beide bereuen diese Entscheidung bis heute nicht. Denn viele Schülerinnen und Schüler zeigten schon sehr rasch deutliche Lernfortschritte. Sie sind motiviert und haben die Aussicht, nach Abschluss des zweiten Schuljahres den Hauptschulabschluss oder in der Vorklasse zur Fachoberschule den mittleren Schulabschluss zu erwerben. Mit diesen Qualifikationen hätten sie gute Chancen zum weiteren Aufstieg in unserem Bildungs- und Beschäftigungssystem. Die gemeinsamen Anstrengungen schienen von Erfolg gekrönt.

 

Nun muss die Schule aber feststellen, dass Zug um Zug die besten Schülerinnen und Schüler der Klassen abgeschoben werden sollen. Zunächst traf es einen 20jährigen jesidischen Kurden aus dem Nordirak, der gemäß dem Dublin-Abkommen nach Kroatien abgeschoben worden ist. Dann sollte seine Schwester folgen, und jetzt sind Schüler aus Afghanistan an der Reihe. So lässt sich endlich die Abschiebungsquote erhöhen und nationalistischen Parteien Wind aus den Segeln nehmen.

 

Mit dieser Abschiebungspraxis werden aber nicht nur eineinhalb Jahre Bemühungen um Integration in unser Bildungs- und Gesellschaftssystem zunichte gemacht, sondern auch die Region Kulmbach, seit Jahrzehnten Opfer des Strukturwandels, verliert mit diesen jungen Menschen potentielle Fachkräfte, die in der Region dringend benötigt werden.

 

Das Anliegen des UNESCO-Clubs Kulmbach-Plassenburg wird von allen UNESCO-Clubs in Deutschland unterstützt. Gemeinsam appellieren wir an die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik: Wer Integrationsbereitschaft und auch -fähigkeit bewiesen hat, sollte eine Chance erhalten, zumindest bis zum Abschluss einer Ausbildung in unserem Land zu bleiben! Selbst wenn diese jungen Menschen nach ihrer Ausbildung, während derer sie Leistungen für unsere Wirtschaft und unser Sozialsystem erbringen, wieder in ihr dann hoffentlich befriedetes Heimatland zurückkehrten, so wäre dies auch ein Beitrag zum Wiederaufbau dieser Länder.

 

Forum der UNESCO-Clubs in Deutschland

Weihnachten 2016

 


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