Vollständig und pünktlich (fully and promptly)

so lautet die Devise für alle Beiträge zu den internationalen Organisationen.

 

Aber wer ist 2017 wirklich dabei? Wie steht es zum Beispiel mit dem Zahlungsverhalten innerhalb der UNESCO?

 

Diese Organisation ist seit 2011 mit heftigen Finanzproblemen konfrontiert. Gegenwärtig schulden die USA der Organisation rund 543 Mio. US-Dollar – eine Summe, welche größer ist als der gegenwärtige Ausgabenplan für die Jahre 2016-2017.

 

Bis zum 9. Februar 2017 hat die UNESCO nur 21,183 Prozent der Pflichtbeiträge von insgesamt 40 Mitgliedstaaten erhalten. Das ist eine erfreuliche Entwicklung gegenüber dem letzten Jahr, als Deutschland (Ende Juni), China (Ende Juli) und Japan (Ende Dezember) relativ spät ihren Zahlungsverpflichtungen nachkamen.

 

Unter diesen 40 Beitragszahlern waren Deutschland mit 6,389 Prozent und Russland mit 3,088 Prozent im Jahre 2017 die größten Beitragszahler, gefolgt von Kanada mit 2,921 Prozent  und Australien mit 2,337 Prozent. Höchst erfreulich ist das deutsche Finanz-Engagement zu vermerken – ein ungewöhnlicher Vorgang, der angesichts der Finanzmisere, in der sich die UNESCO gegenwärtig befindet, zu würdigen ist.

 

Unter den 40 Staaten befanden sich elf EU-Staaten, von denen acht ebenfalls zu den pünktlichen Beitragszahlern zum ordentlichen Haushalt der Vereinten Nationen gehörten. Es gibt also einen Kern unter den pünktlichen Beitragszahlern innerhalb der ersten 30 Tage, zu denen unter den EU-Staaten die Niederlande, die nordischen Staaten, Luxemburg, Irland und Ungarn gehören. Darüber hinaus gehören auch Kanada und Australien zu der „Minderheit“ derer, die sich dazu bekennen, die UNESCO- und UN-Finanzvorschriften einzuhalten.

 

Einzelheiten zur Finanz-Moral der Mitgliedstaaten der UNESCO können auf der Webseite Status of Contributions der UNESCO in wöchentlichen Abständen verfolgt werden.

 

Prof. Dr. Klaus Hüfner