Hilfe zur Selbsthilfe weltweit

Die Hilfe zur Selbsthilfe, die von den UNESCO-Clubs in Deutschland geleistet wird, ist ausschließlich eine Anschubhilfe für Kleinprojekte in Afrika, Asien, Lateinamerika, Südosteuropa oder vor Ort. Bei diesen Projekten geht es vorrangig um den Auf- und Ausbau von Schulen, Bibliotheken, Bildungseinrichtungen oder Lehrwerkstätten, aber auch um den Bau von Bewässerungsanlagen und die Anschaffung landwirtschaftlicher Geräte, oder die Schulspeisung von Kindern, die während der Woche wegen der großen Entfernungen nicht nach Hause können und daher in der Schule versorgt werden müssen; andernfalls könnten sie keine Schule besuchen. Dabei werden kulturelle Traditionen und wirtschaftliche Gegebenheiten in der Region berücksichtigt.

 

Die deutschen UNESCO-Clubs unterstützen zum Beispiel eine Lehrwerkstatt für Behinderte in Sri Lanka – die Menschen dort werden so ausgebildet, dass sie später ihren Lebensunterhalt selber verdienen können –; sie fördern Schulprojekte unter anderem in Tansania, Ghana, Guatemala, in Bolivien und in Nepal, oder sie helfen beim Aufbau kleiner Bibliotheken. Seit 1983 besteht eine enge Beziehung zwischen dem UNESCO-Club in Frankenthal und dem Dorf Sanghé Douka im Senegal: Zunächst gab es Hilfe bei der Alphabetisierungsarbeit, heute gibt es dank der Spendenhilfe aus Deutschland eine Schule, die neben Grund- und Realschule nun ein Gymnasium aufbaut; zudem wurden eine Hirsemühle und eine Dreschmaschine angeschafft, um die Bevölkerung vor Ort autark zu machen. Dieses Projekt in Sanghé Douka hat in ganz Afrika inzwischen Modellcharakter. Hilfe zur Selbsthilfe durch die deutschen UNESCO-Clubs wird aber auch vor Ort, in Deutschland selbst wirksam, beispielsweise durch die Bücher-Schenk-Aktionen am Welttag des Buches oder durch Lern- und Lesepaten in Schulen, besonders in sozialen Brennpunkten.

 

 

Wuppertal: Lernen helfen - Lebenshilfe

Unsere vordringliche Aufgabe sehen wir darin, Kindern in der sogenannten dritten Welt eine schulische Ausbildung zu ermöglichen. Wir unterstützen unter anderen Projekten die Mayana Mpora Foundation in Nordnamibia. Dies ist eine kleine Privatinitiative, die Grund- und Vorschulen, AIDS-Waisen, ein Frauennähprogramm, eine Gartenschule und andere Selbsthilfemaßnahmen in der ländlichen Gemeinde finanziert.

 

Der Besuch einer Vorschule ist zwar in Namibia Pflicht, aber bei der großen Armut im Norden Namibias ist der Besuch einer Grund- oder Vorschule nur mit Spendengeldern zu realisieren.

Mit unserer nachhaltigen Unterstützung wurde ein Gebäude für die Vorschule in Mayana errichtet. Hier ist es auch möglich, dass die Kinder mittags eine warme Mahlzeit erhalten, für viele die einzige am Tag.

 

Um den in Mayana angesiedelten Menschen zu größerer Selbständigkeit zu verhelfen und langfristig eine unabhängige, eigenständige Ernährungsversorgung zu ermöglichen, wurde dort mit unserer Hilfe ein denkbar einfaches Bewässerungssystem installiert. Die größeren Grundschüler schöpfen aus dem ganzjährig Wasser führenden Okavango das Flusswasser selbst in 500-Liter-Tanks. Mittels ableitender perforierter Schläuche können die vorbereiteten Felder per Tropfsystem bewässert werden und zweimal pro Jahr z.B. Mais geerntet werden. Dieses von uns unterstützte Projekt soll per Multiplikatoren weiter verbreitet werden und wird auch schon in mehreren Schulgärten der Umgebung angewandt.

 

Ein weiteres Projekt in Nordnamibia gilt der Hungua Primary School Oruvandja; zudem sind wir vornehmlich in Ruanda und Kenia tätig, um die Chancengleichheit Jugendlicher durch Erziehung und Bildung zu verbessern. Diese Ziele verfolgen wir auch seit etlichen Jahren in Guatemala. Mit unserer Unterstützung wird der Bau eines Schulzentrums für die dort lebenden Maya vorangetrieben.

 

 

Frankenthal: Projekt in Sanghé Douka - Senegal

Die Zusammenarbeit mit dem UNESCO-Club Sanghé Douka hatte zunächst zum Ziel, in dem afrikanischen Dorf die Lebenssituation vornehmlich der Frauen und Kinder durch konkrete Partnerschaftsprojekte zu verbessern. Eine erste Maßnahme war die Finanzierung einer Hirsemühle, welche die Frauen von der mühseligen Arbeit des Hirsestampfens befreite und dazu beitrug, den Lernbegierigen zeitlichen Spielraum für die Teilnahme an Alphabetisierungskursen zu ermöglichen. Während vieler Jahre hat der UNESCO-Club Frankenthal in Sanghé Douka Alphabetisierungskurse für Erwachsene ermöglicht, die inzwischen nicht mehr nötig sind. Die jüngeren Leute konnten die Schule besuchen.

 

Des Weiteren ist eine kleine Dorfbibliothek entstanden, eine einfache Dreschmaschine wurde angeschafft, Kleinkredite wurden an Frauen vergeben, die zum Beispiel eine Handelstätigkeit beginnen wollten, und mit einer florierenden Hühnerzucht erwirtschaften die Frauen zufriedenstellende Erträge; dies alles dank der vom Club Frankenthal bereitgestellten Mittel.

 

 

Die Hirsemühle einst
…...und jetzt.

 

 

Wasserversorgung

Die Dörfer der Sahel-Zone haben große Probleme mit der Wasserversorgung. Für Sanghé Douka hat sich der UNESCO-Club Frankenthal immer wieder an der Lösung dieses Problems finanziell beteiligt. Nach vielen Schwierigkeiten ist das Dorf nun ausreichend versorgt, was auch wesentlich dem umfangreichen Engagement anderer, größerer Entwicklungshilfeorganisationen zu verdanken ist.

 

Bildungswesen

Schwerpunkt des Engagements des UNESCO-Clubs Frankenthal in Sanghé Douka ist das Bildungswesen. Ein zur mittleren Reife führendes Collège d’Education Moyenne, das inzwischen 800 Schüler und Schülerinnen zählt, wurde mit seiner Hilfe errichtet. Es soll nun um eine Oberstufe erweitert werden, die zum Abitur führt. Auch hier wird sich der Club am Bau der zusätzlich benötigten Klassenräume beteiligen. Das letzte, erst im Oktober 2009 abgeschlossene Projekt ist eine zweite Grundschule in Douka, für die der Bau der Schulräume und die Anschaffung der Inneneinrichtung finanziert wurde. Hierzu hat dankenswerter Weise auch der UNESCO-Club Hamburg (der leider nicht mehr besteht) einen Beitrag geleistet. Für die Erweiterung und Ausstattung der Schulen wird wohl auch in Zukunft die finanzielle Unterstützung des UNESCO-Clubs Frankenthal finanzielle Unterstützung gefragt sein.

 

Kettwig: Projekt Navajeevana = Neues Leben

Das Projekt Navajeevana wurde 1989 in Tangalla, Süd-Sri Lanka, gegründet. Es ist eine von der Regierung anerkannte und eingetragene wohltätige Sozialeinrichtung in Sri Lanka. Es zielt auf Vorsorge, Versorgung und Rehabilitation von behinderten Kindern in engem Kontakt mit den Familien. Zunehmend werden auch Erwachsene, durch Kriegsschäden behinderte Menschen, betreut. Zu dem Komplex gehören ein Haupthaus mit den Büroräumen, den Gruppenräumen für die Gruppenarbeit mit behinderten Kindern, Räumen für das Einzeltraining sowie eine Buch- und Spielzeugbibliothek. Auf dem größeren freien Gelände vor dem Haus gibt es Spielgeräte und die Möglichkeit für Sport und Spiel, Treffen von Eltern oder die Durchführung von anderen Veranstaltungen.

 

Es gibt eine Werkstatt für junge Erwachsene, in der Matten hergestellt und Stühle geflochten werden, und Werkräume für Hand- und Bastelarbeiten. Inzwischen wurde eine Teestube und ein kleiner Laden eröffnet. In diesem werden die im Projekt angefertigten Töpfer- oder Textilwaren verkauft. Hier haben die älteren Jugendlichen auch die Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen.

Auf dem Gelände wurde vor einigen Jahren auch ein Frauenhaus für alleinstehende Frauen oder Mädchen in Not eröffnet.

 

Unterricht im Colegio Mayo, Guatemala.

 

Bonn: Schulprojekte in Tansania und Guatemala

Der UNESCO-Club Region Bonn e.V. (UCB) unterstützt Projekte zur Bildung von Kindern. Die erforderlichen Gelder verdankt der Club seinen Mitgliedern und Freunden, die großzügig spenden und unermüdlich ehrenamtlich zur Unterstützung dieser Arbeit wirken.

 

Zwei aktuelle Projekte sind hervorzuheben. Der Club förderte 2009/10 das “Tansania- Projekt” der Schweizer Familie Perreten. In der Massai-Steppe in Loltepes errichtete sie eine Schreinerei, betreute kranke Menschen, gab Unterricht in Handarbeit. Auf der Ozeaninsel Mafia errichtete sie ein Schulgebäude für eine Computerschule.

 

 

Seit 2009 begleitet der Club die schulische Bildung in Guatemala. Er unterstützt “Itzamna - Hilfe für Guatemala e.V.“ (Deutschland) finanziell, die gemeinsam mit dem guatamaltekischen Verein “Le K‘at“ Projekte in Cantel im Hochland betreut Dazu gehört das Colegio Maya, eine Grundschule mit sieben Klassenstufen und 90 Kindern, vier Klassenlehrern sowie einem Musik- und einem Sportlehrer. Bei seiner Gründung war es eine der ersten Schulen, in denen die Mayakultur und die Muttersprache der Kinder in den Unterricht integriert wurden. Ein Rundbrief informiert regelmäßig über die Aktivitäten wie Schulausbau, Lehrerfortbildung, Sport- und Freizeitangebote für Kinder, die mit der Spendenhilfe geleistet werden können.