Nie wieder Hiroshima – nie wieder Nagasaki!

09.08.2017

Für ein Benefizkonzert hatte die Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem am 6. August 2017 ihre Türen geöffnet – auf den Tag genau 72 Jahre nach dem Abwurf der Atombombe auf die japanische Stadt Hiroshima. Drei Tage später hatten die USA auch über Nagasaki eine Atombombe abgeworfen.

 

Warum in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem? Nur wenige Schritte entfernt wurde im Dezember 1938 die folgenreiche Kernspaltung entdeckt.

 

Pfarrer Oliver Dekara und der japanische Gesandte Kiminori Iwama begrüßten die Besucher in der Kirche, die bis auf den letzten Platz besetzt war. Ulrich Eckhardt (Orgel), Wakana Ono (Viola) und Michèle Yuki Gurdal (Klavier) gestalteten den musikalischen Teil.

 

Dr. Peter Hauber von der Mediziner-Vereinigung „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW) zeichnete die Geschichte der Kernspaltung nach, von der Entdeckung der Radioaktivität über die erste Kernspaltung bis hin zur Entwicklung und dem Einsatz von Atomwaffen. Dabei zitierte er eindrucksvolle Passagen aus Reden und Briefen, die den Konflikt der beteiligten Wissenschaftler aufzeigen im Dilemma zwischen den wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und den Anforderungen von Politik und Militär – mit den absehbaren entsetzlichen Folgen eines Einsatzes von Atomwaffen. Schließlich erwähnte er auch Planungen der Bundeswehr, ihre atomwaffenfähigen Kampfflugzeuge bis zum Jahr 2024 einsatzfähig zu halten.

 

Das Manuskript seiner Rede hat Dr. Hauber dem Berliner Komitee zur Verwendung überlassen (Download hier). Es steht für die Jahrestagung der UNESCO-Projektschulen in Dillingen zum Thema „Frieden" im September 2017 ebenso zur Verfügung wie für das Internationale Schülerseminar der UNESCO-Projektschulen im Berlin zum Thema „Give Peace a Chance – But How?“ im November/ Dezember 2017.

 

Das Konzert unter der Schirmherrschaft der Botschaft von Japan in Deutschland war eine gemeinsame Veranstaltung von Filia GmbH, IPPNW-Concerts und der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Dahlem zugunsten von IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Friedensnobelpreis 1985), mit freundlicher Unterstützung der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Berlin e.V., der Japanischen Industrie- und Handelsvereinigung e.V., Kizuna-Berlin e.V. und dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin.